10. Programm: "Groß & Klein am Niederrhein"


"Auch am Niederrhein gibt es nicht nur eine Welt. Man glaubt, dass man sieht, was geschieht am großen Fluss, auf den Wiesen und in den Städten. Doch man sieht nur einen Teil davon, den großen, aber nicht den größten. Der größte Teil der Wirklichkeit ist klein. So klein, dass man schon sehr genau hinschauen muss, um ihn zu bemerken, und noch genauer, um ihn zu ergründen."
In den Geschichten des zehnten Kleinkunstprogramms von Christian Behrens & Thomas Hunsmann bringt der fünfjährige Kevin Ostermann nicht nur alle Erwachsenen in seiner Umgebung zur Verzweiflung, er erkennt im Gegensatz zu all den großen Leuten auch, dass sich zur gleichen Zeit und am selben Ort des menschlichen Geschehens noch etwas abspielt: Unbemerkt von den in ihren alltäglichen Dramen verstrickten Erwachsenen erleben die wundersamen Wesen der "Kleinen Welten" auf jedem Grashalm und in jeder Pfütze ihre kleinen großen Abenteuer.
Ob der kleine Kevin am Ostersonntag das Haus der Familie unbeabsichtigt von oben bis unten mit Schokolade verziert und danach im Garten die ersten kleinen Frühlingsblüten entdeckt, ob er einem verliebten Jüngling am Orsoyer Rheinstrand gründlich die Schau stiehlt, indem er die ganze Aufmerksamkeit zweier süßer Badenixen für sich beansprucht und dem deprimierten Verehrer daraufhin das Liebesleben zweier Grashüpfer offenbart, ob er die gesamte Bordelektronik des Vergnügungsschiffes "Rheinschnecke" lahmlegt und beim darauffolgenden Abschleppmanöver verzückt den Tanz zweier winziger Fischlein im großen Rhein betrachtet oder ob er beim alles entscheidenden Fußballspiel des KSC Korschenbroich gegen den OSC Emmelsum vor Aufregung den Schlusspfiff vorwegnimmt und dann dem Gespräch von drei (fast) unsichtbaren niederrheinischen Gänsen lauscht: Immer steht dem lustvollen Scheitern der Großen die unbeschwerte und doch tiefgründige Poesie des Kleinen gegenüber, und so gibt es nicht nur viel zu lachen im zehnten Programm, sondern wie immer in den "Kleinen Welten" auch manches zum Träumen und Innehalten.
Was wären die "Kleinen Welten" ohne die Musik von Thomas Hunsmann: Wunderschöne Melodien wechseln mit witzigen Gassenhauern wie "Otto, mach die Pille rein!" (dem verzweifelten Ausruf des Korschenbroicher Trainers Erwin Saletzke) und eingängigen Hymnen.
 

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